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Archive for the ‘Serien’ Category

Wow. I wasn’t sure where the party was, and then I saw the flashing lights and the ambulance, and I was like „right, of course! Death, carnage—it’s a Buffy party!“

Was sich bereits in Staffel 3 andeutete, setzt Serien-Schöpfer Joss Whedon konsequenterweise fort: Unsere Gefährten sind nun in die Welt der (Quasi-)Erwachsenen eingetaucht. Dies manifestiert sich einerseits in den subtextuellen Kniffen, mit denen die gesamte Staffel gespickt ist, und andererseits in ihrer kinematographischen Stilistik. Bild-Format und -Qualität sind plötzlich ein komplett anderes als noch ein paar Folgen zuvor – alles wirkt professioneller, hochwertiger und doch irgendwie auch steriler, weniger kindlich. Analog der formalen Ebene beobachten wir die frischgebackenen Studenten bei ihrem Einstieg in den Ernst des Lebens, der selten nachvollziehbarer, fühlbarer inszeniert wurde. Die schier erdrückende Opulenz der neuen Haupt-Kulisse (die Sunnydale Universität), die neuen aufwendig(er) gestalteten Feinde – BUFFY THE VAMPIRE SLAYER wächst (inhaltlich und formal) kongruent seiner Zuschauerschaft.

Die oft gelobte Themenvielfalt erstreckt sich dabei erneut über unterschiedlichsten Spektren: Ein herrlich satirischer Abgesang auf Alkohol, die Problematik des WG-Zusammenlebens oder das Thanksgiving-Fest und die dazugehörige Doppelmoral – stets treffsicher und wunderbar pointiert, präsentiert sich die Serie spätestens jetzt als eine der gleichzeitig durchdachtesten und charmantesten Populär-Produktionen, die das Fernsehen hervorgebracht hat. Bis ins Letzte reizen Whedon und sein Team die Möglichkeiten des Serien-Formats aus und offerieren in dieser Staffel einige der erinnerungswürdigsten Episoden der TV-Geschichte. Xanders krude berufliche Laufbahn als Symbol für die Orientierungslosigkeit des amerikanischen Jugend-Proletariats und als Staffel-Hauptgegner gibt es ein existenzialistisches Terminator-Motiv namens Adam, das abwechselnd philosophiert und metzelt.

Kreativ, unterhaltsam, vielschichtig – mit lyncheskem Surrealismus und cleveren Anspielungen endet diese bisher beste, vierte Staffel dann. Ausgestattet mit der gedanklichen Blaupause zum aktuellen Meta-Wahnsinn THE CABIN IN THE WOODS (der ebenfalls aus Whedons Feder stammt) und – zum ersten Mal – post-adoleszenter Seriosität hat sich BUFFY THE VAMPIRE SLAYER seinen Platz in meiner persönlichen Serien-Hall of Fame redlich verdient.

9,0/10

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Das letzte Schuljahr beginnt auf der Sunnydale High School und so haben Buffy und ihre Freunde auch neben dem Bekämpfen von Vampiren und allerhand anderem Gesocks genug zu tun, um sämtliche Aufgaben, Sorgen und Probleme unter einen Hut zu bekommen. Die neu hinzugekommene Nachfolgerin von Kendra, die wie eine Personifizierung von White Trash daherkommende Vampirjägerin Faith, ist dabei die kreative Metapher einer bösen Stiefschwester, mit der die Erstgeborene nichts teilen möchte und unerbittlich konkurriert. Der Ober-Bösewicht, der sich ab der Mitte der Staffel herauskristallisiert, die charismatische und skrupellose Vater-Figur, die sich nur um ihre „leibliche“ Tochter kümmert. Auch in dieser Staffel bekommen wir es mit allerhand Allegorien und Gleichnissen zu tun, die in ihrer Durchdachtheit weit über übliche Mystery-Serien hinausgehen. Eine sozialistische Militär-Diktatur, die letztens Endes mit ihren eigenen Waffen (wortwörtlich: Hammer und Sichel) geschlagen wird, eine zynisch-moderne Auslegung des Hänsel & Gretel-Märchens oder das Vorführen der Leichtgläubigkeit einer vorstädtischen Gemeinde – der Subtext ist vorhanden; er muss nur beachtet werden. Mit dramaturgischem Geschick und nachvollziehbarer Emotionalität erschafft Joss Whedon auch diesmal wieder eine Welt, die es so wohl nie wieder ein zweites Mal geben wird. Man darf gespannt sein, wie es nun – nach dem Abgang von Angel – weitergehen wird und wie sich die so sehr ans Herz gewachsenen Protagonisten nun in der Welt der Erwachsenen schlagen werden.

8,0/10

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Man, Buffy! My whole life just flashed before my eyes! I gotta get me a life!

Genau ein Monat ist nun vergangen, seit ich die erste BUFFY-Staffel beendet habe; selbstverständlich wurde die darauffolgende so früh geordert, dass ein nahtloses Weitersehen gewährleistet wurde – so macht man das nun mal als Serien-Liebhaber. Und seitdem hat sich viel im kleinen Örtchen Sunnydale, das romantisch direkt am Schlund der Hölle liegt, getan – Der Meister scheint vernichtet und es kehrt zum ersten Mal wieder etwas Ruhe in das unter normalen Umständen verschlafene Kaff ein. Doch die währt selbstverständlich nicht lange, handelt es sich bei BUFFY THE VAMPIRE SLAYER doch primär um eine Action- und keine Drama-Serie. Und so begeistert auch diese zweite Season mit durchweg verrückten und sehenswerten Bösewichten, die es zu vernichten gilt. Wir bekommen es hier unter anderem mit einer bösen Inka-Mumie, parasitären Facehuggern (ALIEN lässt grüßen!), kultischen Studentenverbindungen, einem ganz klassischen Werwolf und, wie auch anders zu erwarten, mit Vampiren zu tun, deren Durchschnittsausgeburten jedoch mehr und mehr zu bloßem Pflock-Futter zu verkommen scheinen, sind sie doch mittlerweile beinahe nicht viel mehr als Bauern auf dem übernatürlichen Schachbrett, auf dem die vier Freunde gegen die Vernichtung der Welt kämpfen – vier Freunde deshalb, weil Cordelia inzwischen auch zu den aktiven Mitstreitern zählt, nachdem sie realisierte, wer richtige Freunde sind.

Dieser Gut-gegen-Böse-Plot ist unterhaltsam und ganz nett, würde aber allerhöchstens Serien-Durchschnittskost bieten, wäre da nicht die berühmte Metaphern-Ebene, die aus beinahe jeder Folge eine gekonnt veranschaulichte Analogie zu sämtlich erdenklichen Problemen und Themen macht, die ein Mensch respektive Teenager nun einmal gelegentlich hat. Die Angst, seinen ersten Partner zu verlieren, Selbstmord oder das nahezu ungerechtfertigt hohe Ansehen, das Sportmannschaften in amerikanischen Schulen meist genießen – fast zu jeder Sache hat die Serie etwas zu zu sagen und tut dies meist mit einem verschmitzten Augenzwinkern, wenn teuflische Bedrohung und reale Probleme miteinander zu verschmelzen beginnen. Nichtsdestotrotz gelingt es Whedon und Co., des Öfteren auch gefühlvollere und ernstere Töne anzuschlagen, wenn dies vonnöten ist. Ohnehin merkt man der Serie deutlich an, wie sie inhaltlich – kongruent zu ihren Protagonisten – nach und nach der Schulbank entwächst und erwachsenere Themen aufgreift, was sich ebenfalls in den Gegenspielern widerspiegelt, die zunehmend brutaler und sadistischer daherkommen.

Kurzum: Die Serie entwickelt sich genau so, wie ich es mir persönlich erhofft hatte. Die Themen ernster, die Stimmung düsterer und doch kommen auch helle und witzige Momente nicht zu kurz, entfalten ihre Wirkung meist dadurch sogar noch besser. Die Truppe aus Xander, Buffy, Willow und Cordelia weiß durch gut pointierte Dialoge und einer Dynamik zu überzeugen, die sie einem alle unweigerlich ganz nah ans Herz wachsen lassen. BUFFY THE VAMPIRE SLAYER ist hervorragende Serienkost, die einen ob ihrer Liebenswürdigkeit schnell den stressigen Alltag vergessen lässt. Sie kommt zwar selten ähnlich intelligent wie aktuellere Spitzenserien daher, dies wird aber mit Leichtigkeit durch die wunderbar detailverliebte Atmosphäre, die erneut mit unzähligen Popkultur-Referenzen aufwartet, den stets sympathischen und nachvollziehbar handelnden Charakteren und dem abwechslungsreichen Best Of des Gruselkabinetts ausgeglichen, das sie gänzlich durchzieht. Würde ich nicht noch gerne Luft nach oben für die folgenden Staffeln lassen, läge die Wertung vermutlich höher als absolut sehenswerte…

7,5/10

Something weird is going on. Isn’t that our school motto?

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Wenn er wieder zu sich kommt, sag ihm… irgendetwas Cooles, das auch von mir stammen könnte…

Das war sie nun also, die erste Staffel der legendären Fernsehserie „Buffy the Vampire Slayer“, über die ich schon so viel hörte (nachdem ich damals leider noch zu jung dafür war). Viele schlechte Dinge hörte ich, doch auch einige sehr positive Empfehlungen waren dabei. Und ich muss sagen, es hat sich tatsächlich gelohnt, mal einen Abstecher nach Sunnydale zu wagen mit all seinen merkwürdigen Bewohnern, die es bevölkern. Doch nun genug der Rederei; ich setzte mich an den Schreibtisch, um eine Review zu schreiben, und die sollt Ihr auch bekommen…

Buffy Summers, eine 16-jährige Schülerin (und auserwählte Vampir-Jägerin), kommt, nachdem sie aus zunächst unbekannten Gründen von ihrer letzten Schule in Los Angeles flog, an die Highschool des kleinen Örtchens Sunnydale. Dort trifft sie unvermittels, als sie sich ein Buch für einen ihrer Kurse ausleihen möchte, auf den verschrobenen Bibliothekar Mr. Giles, der ihr sogleich ein Buch über Vampire vor die Nase knallt. Schnell stellt sich heraus, dass sich Sunnydale direkt am Schlund der Hölle befindet und er ein sogenannter Wächter ist, seinerseits auserwählt, Buffy zu trainieren und zu schützen. Der Spaß kann also beginnen…

Man merkt gleich, dass die Serie in seiner ersten Staffel noch eindeutig in den Kinderschuhen steckte. Die durchaus sehr unterhaltsamen Episoden werden noch eher als in sich geschlossene Kurzgeschichten denn als sich entwickelnde Hauptgeschichte präsentiert, die nur marginal vorangetrieben wurde, wenngleich man auch so jeden einzelnen Charakter nach und nach ins Herz schloss. Ja, „Buffy“ ist für mich auch jetzt schon hauptsächlich eine Herzensangelegenheit, die bei mir viel mehr durch Charme und liebevoller Machart denn mit Hochglanz-Qualität punktet – damals waren Serien nun einfach mal so; das waren die fantastischen Neunziger! Inklusive trashig-toller Kostüme, Masken, Kulissen und Kampf-Choreographien, die in ihrer Simplizität einfach nur herzallerliebst sind und zum frohlockenden Seufzen ob dieser wundervollen Zeitreise verleiten.

Dazu tragen auch maßgeblich die charismatischen Charaktere und die herrliche Selbstironie bei, die jede Folge zur rasanten Achterbahnfahrt der Kurzweil machen. Ob die liebenswerte und schüchterne Willow, der trottelige Xander oder Cordelia, die doch nicht so eindimensional daherkommt, wie man anfangs vielleicht erwartet hätte: Jede der Figuren wird in mindestens einer Folge näher beleuchtet, was sie einem unweigerlich noch mehr ans Herz wachsen lässt als ohnehin schon.

Dass ein Großteil der Episoden (bis auf zwei, drei Ausnahmen) dabei noch recht vorhersehbar blieb, ist zwar schade, doch durchaus zu verschmerzen, weil ich mir sicher bin, dass noch Besserung in Sicht ist. Was möglich ist, wurde beispielsweise in der Folge The Puppet Show, die gekonnt mit den Erwartungshaltungen des Zuschauers spielte, meisterhaft unter Beweis gestellt. Und in Anbetracht der Tatsache, dass ich selbst bei so gut wie allen der eher mittelmäßigen Folgen bestens unterhalten worden bin, freue ich mich nun noch umso mehr auf die folgenden Staffeln, die ja so viel besser sein sollen.

Fazit: Dies war mit Sicherheit nicht mein letzter Ausflug in die Highschool von Sunnydale an den Schlund der Hölle, weil mir die ganzen Abenteuer von Buffy und co. dafür einfach viel zu viel Spaß gemacht haben. Denn auch trotz manchmal nicht 100%ig überraschenenden Plots bietet „Buffy“ vor allem eines: Feinste Unterhaltung mit unzähligen Popkulturverweisen, charmanter Selbstironie und Charakteren, die zu begeistern wissen. Und das ist schon einiges wert.

7,0/10

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