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Posts Tagged ‘Mark Wahlberg’

Filmplakat

You’re my people and we have a code. You fight for the guy that’s fighting next to you.

Bobby (Denzel Washington) will zusammen mit seinem Gefährten Stig (Mark Wahlberg) nur noch diese eine Bank ausrauben, dann kann er mithilfe des Geldes als Beweis den legendären Drogenbaron Papi Greco (Edward James Olmos) hinter Gittern bringen. Mit dem einzigen Ziel sie zu zerschlagen, hat der alternde DEA-Agent im Auftrag seiner Vorgesetzten unbemerkt das empfindliche Netz der mexikanischen Rauschgift-Mafia infiltriert. Dass er dabei auch seinen treuen und talentierten Komplizen, den kleinkriminellen Stig, mit wird verhaften müssen, nimmt er ohne große Überlegungen in Kauf. Was er nicht weiß: Auch Stig ist im Auftrag eines staatlichen Vorgesetzten, nämlich der U.S. Navy, unterwegs, um Geld zu beschlagnahmen, das später dann für verdeckte Operationen verwendet werden soll. Was beide nicht wissen: Papi Greco war längst nicht der Einzige, der sein Geld in der beschaulichen Kleinstadt-Bank aufbewahrt hat. Kurz nach dem reibungslos verlaufenen Banküberfall sehen sich die beiden unfreiwilligen Partner drei bedrohlichen Großmächten gegenüber, welche nur eines wollen: die 43 Millionen US-Dollar, die Stig und Bobby schon längst nicht mehr besitzen.

Baltasar Kormákurs nunmehr neunte Regie-Arbeit versteht sich ganz eindeutig als spaßig-überzogenes Action-Spektakel, das einzig und allein durch die zwei Freunde wider Willen getragen werden soll. Glücklicherweise stimmt die Chemie zwischen Wahlberg, dem ehrgeizigen Jungspund, und Washington, dem alteingesessenen Traditionalisten, wodurch das Zweiergespann im Laufe des Films eine aufregende Dynamik entwickelt, welche durchaus als vorbildlich angesehen werden kann. Special-Effects, Kamera und Schnitt sind von grundsolider Machart, ohne jedoch jemals in irgendeiner Form eigene, innovative Wege zu gehen, was nicht schlimm, in Anbetracht des verschenkten Potenzials aber etwas schade ist. Das gleiche ließe sich auch vom von Clinton Shorter komponierten Soundtrack behaupten; selbstverständlich harmoniert er gut mit der Geschichte, aber im heutigen Einheitsbrei der genretypischen Filmmusik wirkt er durch seine kantenlose Struktur schon fast bieder.

Die Marine als korrupter Haufen skrupelloser Soldaten und die CIA als Ansammlung sadistisch veranlagter Anzugträger und Sonnenbrillen tragender Mitläufer: „2 Guns“ outet sich immer dann als lupenreine Comic-Verfilmung, wenn er sich seiner abgebrühten Schlagfertigkeit und seinen maßlos überzeichneten Posen hergibt. Seine zynische Kritik an staatlichen Militär-, Drogen- und Abhör-Institutionen wird dementsprechend auf prägnante aber grobschlächtige Simplizität heruntergestutzt, um der rasanten Dramaturgie nicht das Genick zu brechen.

Wenn man darüber allerdings hinwegsieht, inszeniert Kormákur ein zugegebenermaßen kurzweiliges Action-Feuerwerk, das mit spielfreudig aufgelegten Akteuren und einem gelungenen Pointen-Timing glänzen kann. Beständig wird die Spannung über die gesamte Laufzeit von 109 Minuten gehalten und ein absurd brutaler Clash of the Executive Forces auf geradezu exzessive Weise gefeiert. Thema seines Humors sind immer wieder die signifikante Unterschiede und das Gegeneinander-Ausspielen der völlig konträren Lebensphilosophien beider Protagonisten. Bei „2 Guns“ geht es auch um das Aufeinandertreffen von Helden-Generationen, zweier Waffen, die lediglich ihr gleicher Sinn für Gerechtigkeit eint. Von ihren gemeinsamen Feinden (und ehemaligen Vorgesetzten) dazu gezwungen, sich einander anzupassen, überwinden sie spielerisch oberflächliche Differenzen und besinnen sich auf ihre Stärken. Selbstverständlich ist die übrige Figurenzeichnung weit davon entfernt, in irgendeiner Weise vielschichtig zu sein, aber in Anbetracht der ohnehin schon simplen Vorlage kann man über diese Tatsache eigentlich gar nicht wirklich erbost sein. Glattgebügeltes und solide inszeniertes Action-Kino der harmlosen Sorte. Bleibt nicht im Gedächtnis, tut aber auch nicht weh.

 

5,0 / 10

 

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Filmplakat

 

Angespannt trainiert Daniel Lugo (Mark Wahlberg) an einer Vorrichtung an der Wand seines Fitnessstudios. Nur noch zwanzig Sit-Ups, bis der Satz komplett ist. Plötzlich heulen Sirenen. Wie von einer Wespe gestochen reißt sich Lugo los und sprintet über die Dächer der Stadt Richtung Freiheit. Rückblende; ein paar Monate zuvor: Er hat gerade frisch eine Stelle als Trainer im örtlichen Sun Gym ergattert. Nun kann er also gleichzeitig Geld verdienen und währenddessen noch seinen Körper stählen, der American Dream scheint perfekt. Schnell jedoch schon beschleicht ihn das Gefühl, dieses wunderbar sonnige Leben würde ihn betrügen. So viele Menschen gibt es, die wesentlich mehr Geld haben als er und offenbar nichts dafür tun müssen. Dann kommt der auf Plakaten und im Fernsehen omnipräsente, manipulative Motivationstrainer Johnny Wu (Ken Jeong) ins Spiel, unablässig „Be a Do-er, don’t be a Don’t-er“ predigend – für Lugo die so erwartungsvoll ersehnte Schneeflocke, welche die Lawine in Gang setzt.

Schwerreiche jüdische Unternehmer, die ihr gesamtes Geld steuerfrei im Ausland bunkern, christlich-orthodoxe Bodybuilder-Sanftnaturen, erfolgreiche Geschäftsmänner mit kurvigen Ehefrauen – zugegeben: Michael Bays Interpretation einer Kapitalismus-Persiflage kommt nur allzu schablonenhaft und simpel daher, weiß aber nichtsdestotrotz mit seinem plakativen Humor gelegentlich zum Schmunzeln anzuregen und die Dynamik innerhalb seiner Figuren stets auf einem angemessenen Niveau zu halten, hin- und herpendelnd zwischen ulkiger Posse und brutaler Groteske. Immer wieder ergeht er sich in selbstreferentiellen Gags innerhalb seines eigenen Filmographie-Universums, möchte uns mitteilen, dass auch er selbst mittlerweile retrospektiv einen gereifteren Blick auf sein früheres Schaffen habe, was stellenweise als gelungen, oft jedoch auch schlicht als gescheitert betrachtet werden kann. Auf narrativer Ebene besinnt sich Bay auf eine klar strukturierte, mehrstufige Klimax, die immer wieder mit bündigen Flashbacks ausgestattet ist und die verkorkste Vergangenheit sowie persönliche Motive der Heist-Mitglieder beleuchtet.

Jeder Zentimeter mehr am Bizeps bringt Dich näher zu Deinem persönlichen Glück. Handle, verwirkliche Deinen Traum, beschäftige Dich! Vom Spargeltarzen zum Schwarzenegger – der American Dream in Form gestählter Physis. Selbstverständlich ist sich Michael Bay trotz seines bisherigen Œuvres, welches durchaus eine gegenteilige Vermutung nahelegen würde, absolut bewusst, dass Muskeln nicht gleich bedeutend mit finanziellem sowie gesellschaftlichem Erfolg sind und so führt er sein ulkiges Trio Infernal als stereotypische Karikaturen vor, die nach vollzogenem Coup nicht einmal genau wissen, was sie überhaupt wollen.

In typischer Hochglanz-Optik entführt uns Bay in eine grelle Welt voller Oberflächlichkeiten, in welcher Fleisch und Lust die größten Heiligtümer darstellen – in der seine Charaktere alles für die Verbesserung ihres Körpers tun. Seine drei Protagonisten – Daniel (Mark Wahlberg), Paul (Dwayne „The Rock“ Johnson) und Adrian (Anthony Mackie) – sind von höchst ambivalenter Natur und repräsentieren alle jeweils auf mehr oder minder unterhaltsame Weise eine Form des ur-amerikanischen Strebens nach persönlichem Glück. Dass der heute 48-Jährige, der noch nie für seine politische Weitsicht bekannt war, dabei jede Figur auf infantile, teilweise jedoch herrlich absurd inszenierte Klischees herunterbricht, um sich anschließend gebieterisch darüber lustig zu machen, ist in Anbetracht seines recht ausgewogenen Rundumschlags sicherlich noch zu verschmerzen. Was allerdings tatsächlich recht sauer aufstoßen lässt, ist seine pseudo-ironisch gemeinte Darstellung der Frau: Während es zumindest eine handvoll dominante männliche Charaktere gibt, reichert der gebürtige Kalifornier den Film auf der anderen (Geschlechter-)Seite ausschließlich entweder mit leicht bekleideten Videoclip-Model-Statisten oder vollkommen von Männern abhängigen Naivchen an, welche kaum in der Lage sind, auch nur einen vernünftigen Satz über die Lippen zu bringen. Wo hört Satire auf und wo beginnen persönliche Ideologien?

Leider verzettelt sich „Pain & Gain“ gelegentlich in seiner ausufernd angelegten Erzählspanne, wodurch der sonst über weite Strecken gefällige und angenehm schnelle Handlungsfluss hin und wieder gefährlich ins narrative Stocken gerät. Die Qualität des Humors schwankt beständig von „erstaunlich treffend und bissig“ zu „unnötig albern“ und ist somit leider für sich allein kein absolut sicherer Garant dafür, sich in Michael Bays abgedrehter Wohlstands-Groteske wohlzufühlen. Schlussendlich führt eine Seriennummer auf dem Brustimplantat eines der Opfer zur vollständigen Überführung der Täter. Das Symbol von (körperlicher) Substanzlosigkeit schlechthin wurde ihnen also schließlich zum Verhängnis. Wenn das mal keine gewitzte Pointe ist.

 

5,0 / 10

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